Projekt Nydeggbrücke

Die Nydeggbrücke ist die zweitälteste Brücke der Stadt Bern. Seit 1844 überspannt sie die Aare mit drei steinernen Bögen. Das gestiegene Verkehrsaufkommen, Wasser und Witterung haben Schäden an der Brücke verursacht. Diese werden ab Februar 2027 bis 2033 in zwei Etappen behoben.

Deshalb muss die Nydeggbrücke saniert werden

Wasser dringt ins Innere der Brücke ein

Die heutige Abdichtung schützt nur den Bereich direkt über den Brückenbögen. Die Stützmauern und Randbereiche werden von Wasser aus der Fahrbahn durchfeuchtet, was die Verwitterung des Sandsteins beschleunigt und die Substanz der Brücke angreift. Der Unterschied zwischen dem schlechten Zustand des Sandsteins bei den Flügelmauern und dem gesunden Sandstein bei den Pfeilern an den Bögen ist deutlich zu erkennen.

Beschädigte Brückenoberfläche

In der Pflästerung haben sich vom Verkehr Spurrinnen gebildet. Bei Regen oder Schneefall sammelt sich darin Wasser, was gefährlich werden kann. Die zahlreichen Verformungen in der Brückenoberfläche sind insbesondere für Velofahrer*innen ein Sicherheitsrisiko. Zudem sind die seitlichen Entwässerungsrinnen schon längere Zeit defekt und ausser Betrieb.

Mehr Sicherheit für Fussgänger*innen

Die Nydeggbrücke verbindet die untere Altstadt mit dem Bärenpark, einem beliebten Ausflugsziel. Wenn sich Gruppen auf den Trottoirs sammeln, kommt es regelmässig zu Engpässen und gefährlichen Situationen. Auch am oberen Ende des Klösterlistutzes ist es eng und unübersichtlich. Zudem sind die vier Bushaltekanten der Haltestellen Bärenpark und Nydegg nicht hindernisfrei zugänglich. In die grossen Geländeröffnungen auf der Stützmauer zwischen der Nydeggasse und dem Nydegghöfli werden Gitter eingebaut, um das Absturzrisiko zu verringern.

Die Leitungen müssen erneuert werden

Die Stadt Bern saniert die Abwasserleitungen sowie die Verbindungen der Lichtsignalanlagen. Energie Wasser Bern erneuert die Strom-, Wasser- und Gasleitungen, BERNMOBIL die Fahrleitungen und die Swisscom die Telekommunikationsleitungen.

Natursteinsanierung

Die Sandsteinwände weisen durch den hohen Salz- und Feuchtigkeitseintrag über die vergangenen Jahrzehnte und Jahrhunderte eine starke Verwitterung mit hohem Materialverlust auf. Diese Bauteile sollen nach der Erneuerung der Abdichtung und nach einer längeren Austrocknungsphase instandgesetzt werden.

In zwei Etappen zum Ziel

  • Abdichtung des Brückenoberbaus (Fahrbahn, Flügelmauern, Baumgruben)
  • Instandsetzung der Pflästerung und der Entwässerungsrinnen
  • Verbreiterung der Trottoirs auf der Brücke um je 50 cm auf neu 2,30 m, auf Seite Bärenpark um 45 cm
  • Verschiebung des Kreisels in direkter Verlängerung der Brückenachse zum Sprünglibrunnen
  • Bau einer Rampenanlage am Klösterlistutz, etwa für Menschen mit Gehhilfen oder Kinderwagen
  • Erhöhung der Bushaltekanten für einen hindernisfreien Einstieg
  • Ersatz der Kanalisations- und Werkleitungen, der Fahrleitungen und der Beleuchtung
  • Ersatz der Fahrleitungselemente
  • Ersatz der geschädigten Linden durch 20 neue Bäume auf Seite Nydegg
  • Verbesserung der Erdbebensicherheit der Stützmauern

Etappe 1

Februar 2027 bis Ende 2028

  • Instandsetzung der Natursteine
  • Neuaufbau der Zwillingstreppe
  • Sanierung der Nydeggtreppe

Etappe 2

Frühling 2031 bis Ende 2033

Verkehrseinschränkungen

Die Sanierung erfolgt in zwei Etappen. Während der ersten Etappe von Februar 2027 bis Ende 2028 ist die Nydeggbrücke für den motorisierten Individualverkehr gesperrt.

Informationen zu Verkehrsumleitungen

Gut zu wissen – Nydeggbrücke

Die Schäden am Naturstein entstehen vor allem durch Wasser und Salze aus dem Winterdienst, die über die undichte Oberfläche in die Brücke eindringen.

Ja. Die erste und bisher einzige Sanierung fand in zwei Etappen 1983 und 1991 statt. Damals wurde die Brücke nur über den Bögen abgedichtet, nicht aber über den Flügelmauern vor den Brückenbögen, wo heute das Wasser eindringt.

In der ersten Etappe werden der Strassenraum instandgesetzt und die Oberfläche abgedichtet. Danach muss das Innere der Brücke austrocknen. In dieser Zeit wird die benachbarte Untertorbrücke saniert. Anschliessend folgen die Arbeiten am Naturstein der Nydeggbrücke.

Die Arbeiten erfolgen in enger Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege. Die Fahrbahn erhält eine Natursteinpflästerung, die Trottoirs bleiben aus Gussasphalt. So bleibt das für die Altstadt charakteristische Erscheinungsbild erhalten.

Ja. Die Zugänge für Unterhaltsarbeiten und Inspektionen bleiben bestehen. Der Zugang auf Seite Nydegg liegt heute im Verkehrsbereich und wird aus Sicherheitsgründen neben die Fahrbahn verlegt. Auf der stadtauswärts gelegenen Brückenseite entsteht ein neuer Zugang. So werden Unterhaltsarbeiten und Inspektionen künftig einfacher.

Wegen der ungünstigen Wuchsbedingungen an diesem Standort mussten in den letzten Jahren bereits mehrere Bäume entfernt werden. Laut Stadtgrün Bern sind die verbleibenden Linden in einem sehr schlechten Zustand. Geplant ist deshalb, sie zu fällen und entlang der bestehenden Baumreihe durch 20 neue, klimaresistentere Flatterulmen zu ersetzen. Damit die neuen Bäume besser gedeihen, werden sie in ein unterirdisches Trogsystem gepflanzt, das den Wurzeln genügend Raum bietet.

Die Gesamtkosten der Sanierung betragen rund CHF 34,1 Mio. Neben der Stadt Bern (CHF 27,6 Mio.) beteiligen sich Energie Wasser Bern, BERNMOBIL und die Telekommunikationsanbieter. Die Stimmberechtigten der Stadt Bern haben den Ausführungskredit am 12. März 2023 genehmigt.

Bauherrschaft Nydeggbrücke

Logo Stadt Bern

Setzt die Sandsteinmauern, der Gewölbe und Bögen instand, erneuert die Entwässerung und Pflästerung, baut hindernisfreie Haltekanten und wertet die Aufenthaltsqualität im direkten Brückenumfeld auf.

Logo BERNMOBIL

Erneuert die Fahrleitungsanlage auf der Brücke und ersetzt Fahrleitungen am Muristalden.

Logo ewb

Erneuert die Elektro-, Wasser- und Gasleitungen sowie Kabelkanäle in der Brücke und im direkten Brückenumfeld.